Kommunale Wärmeplanung Lamspringe - Infoveranstaltung

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Levin Keller

Kommunale Wärmeplanung Lamspringe

Am 16. Februar 2026 fand im Refektorium der Gemeindeverwaltung Lamspringe eine Infoveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung statt. Ich bin eigens zu der Veranstaltung angereist, kam aus familiären Verpflichtungen etwa 30 Minuten zu spät und habe dann noch das Ende des Vortrags von Jakob Bürger (Wärmeschmiede GmbH) mitbekommen.

Warum ich da war

Ich interessiere mich hier in Nordstemmen für Lokalpolitik. Die kommunale Ebene ist entscheidend an der Klimawende beteiligt, etwa über die kommunale Wärmeplanung. Ich bin lokalpolitisch aktiv und interessiere mich deswegen für solche Wärmeplanungs-Veranstaltungen.

Es handelte sich um die letzte Infoveranstaltung in einer Art Tour, die die Klimaagentur aus Hildesheim durch den ganzen Landkreis gemacht hat. Für kleine Kommunen wie Lamspringe oder Nordstemmen (unter 100.000 Einwohner) gilt die gesetzliche Frist für die Wärmeplanung bis zum 30. Juni 2028.

Exkurs: Das GEG-Desaster und warum die Kommunen den Mist ausbaden

Bevor ich zum eigentlichen Inhalt der Veranstaltung komme, muss ich kurz ausholen. Denn man versteht das ganze Theater nur, wenn man versteht, wie es dazu kam, dass Kommunen jetzt aufwendigste Wärmeplanungen erstellen müssen.

Das Gebäudeenergiegesetz war eigentlich eine gute Idee von Robert Habeck. Er wollte den Erwachsenen spielen und den Leuten klar sagen: So geht es nicht weiter, ihr müsst weg vom Gas, und das Einzige, was wirklich hilft, ist die Wärmepumpe. Wer ein dickes, schlecht gedämmtes Haus hat, muss Geld in die Hand nehmen oder ausziehen und sein Haus verkaufen. Wir können es uns nicht erlauben, unser Klima zu zerstören und die ganze Umwelt und alle Tiere, nur damit vermeintlich arme Leute in riesigen Häusern für einen Apfel und ein Ei bis an ihr Lebensende leben können. Das ist nicht der gesellschaftliche Vertrag. Eigentum verpflichtet. Wer viel Platz hat, muss viel heizen und muss dann entsprechend eine teure Energiequelle bezahlen oder hohe Investitionskosten für Technologie und Dämmung tragen.1

Diese harten Wahrheiten verschwinden nicht, indem man sich die Finger in die Ohren steckt und “lalala” sagt. Aber genau das hat die damalige Bundesregierung dann getan. Habeck hat sich leider irritieren und abbringen lassen. SPD und FDP haben dafür gesorgt, dass das Ganze verwässert wurde. Und am Ende sind zwei Dinge gleichzeitig passiert: Erstens hat man die Fristen noch verlängert. Kick the can down the road. Und zweitens hat man - typisch Bundesregierung, typisch feige - die bittere und harte Arbeit auf die Kommunen abgewälzt.

Nun ist es der Job der Kommunen, aufwendigste, sinnlose akrobatische Übungen zu vollführen und Planungsbüros teuer zu bezahlen, die das Offensichtliche aufschreiben: nämlich dass überall Wärmepumpen einzubauen sind. Basta.

Die von der FDP reingebrachte “Technologieoffenheit” ist akademisch interessant, spielt in der Praxis aber keine Rolle, weil es für Wärmepumpen keine Alternative gibt. Insbesondere die Idee, dass man irgendwie in Zukunft noch Gasheizungen betreiben könnte, wo dann mindestens 65% der verbrauchten Energie aus regenerativen Quellen kommen müsste. Um so viel Biogas zu produzieren, haben wir in Deutschland schlicht nicht die Fläche. Mit solchen Ideen macht die FDP solche Gesetze nur kaputt und gaukelt den Bürgern Entscheidungsmöglichkeiten vor, die sie gar nicht haben, was diesen furchtbaren gesellschaftlichen Konflikt verlängert und auch in den nächsten Jahrzehnten immer wieder zu Debatten führen wird, die vollkommen unnötig sind.

Was passiert also in der Praxis? Ab dem 1. Juli 2028 gilt für kleine Kommunen: Wer eine neue Heizung einbaut, muss im Prinzip eine Wärmepumpe einbauen. Im Gesetz steht natürlich “65% regenerative Energien”, aber de facto bedeutet “dezentrale Wärmeversorgung” immer Wärmepumpe. Das sagen auch die Leute von den Planungsbüros hinter vorgehaltener Hand. Die reden dann nicht von “dezentral”, sondern von “elektrifiziert”.

Daneben gibt es Situationen, in denen man noch darüber spekulieren kann, ob man vielleicht ein Wärmenetz plant. Ein Wärmenetz heißt nichts anderes, als dass eine Art Zentralheizung für komplette Stadtteile gebaut wird. Das sind meiner Meinung nach meistens Luftschlösser, insbesondere weil die Wärmequelle für diese Wärmenetze ebenfalls CO2-neutral sein muss. Heute steht da noch Biogas als Option drin, aber das ist nicht zu halten, weil Biogas der krasseste Klimakiller aller Zeiten ist.

Was bei solchen Planungen auch immer pflichtmäßig durchexerziert wird, ist eine Wasserstoffversorgung. Sie wird geprüft, als “sehr, sehr unwahrscheinlich” eingestuft und weggefegt. Die Idee, mit Wasserstoff zu heizen, können sich auch nur Verrückte ausgedacht haben.

So viel zum Hintergrund. Jetzt zum tatsächlichen Inhalt der Veranstaltung.

Die Karten

Ich kam zwar 30 Minuten zu spät, aber im Prinzip genau im richtigen Moment. Denn als ich den Saal betrat, wurden gerade die Karten gezeigt. Lamspringe ist der Flecken Lamspringe, also die Hauptstadt der Gemeinde, und ringsum liegen zahlreiche Dörfer - sechs, sieben, acht an der Zahl. Auf den Karten waren die Innerortsbereiche dargestellt, mit verschiedenen Farbcodes in unterschiedlichen Intensitäten: blau, lila, grün oder gelb. Die Legende war winzig und praktisch unlesbar.2

Die erste Karte zeigte die Wasserstoffversorgung. Wie erwartet: Nicht ein einziger Ort hatte auch nur annähernd eine realistische Einstufung. Alles auf der niedrigsten Stufe, abwegig bis zum Geht-nicht-mehr.

Die nächste Karte zeigte die Wahrscheinlichkeit für ein Wärmenetz. Hier war nur der Flecken Lamspringe selbst mit einer einigermaßen hohen Wahrscheinlichkeit eingestuft. Alle umliegenden Dörfer: äußerst geringe Wahrscheinlichkeit.

Dann kam die Karte zur dezentralen Energieversorgung, lies: Wärmepumpe. Und da war es genau umgekehrt. Alle umliegenden Dörfer hatten eine hohe Wahrscheinlichkeit, und Lamspringe selbst nur eine mittlere. Im Klartext heißt das: Lamspringe soll vielleicht ein Wärmenetz bekommen, alle anderen bekommen Wärmepumpen.

Der Vortragende hat angekündigt, die Präsentation auf die Internetseite der Gemeinde zu stellen.

Biogasanlage und Wärmenetz

Zum Wärmenetz für den Flecken Lamspringe wurde erklärt, dass alles an einer Biogasanlage hängt, die sich zurzeit noch in der Planung befindet. Diese Biogasanlage soll keine EEG-Förderung erhalten, sondern sich selbst tragen.

Das hat Herr Bürger, muss ich sagen, sehr gut erklärt. Ob die Leute es alle verstanden haben, sei dahingestellt, aber er hat klargemacht, dass es nicht hinreichend ist, Biogasanlagen zu betrachten, die nur auf Basis des EEG-Gesetzes wirtschaftlich arbeiten können, weil diese Förderung in zehn Jahren ausläuft und man auf einer solchen Grundlage keine Wärmenetze planen kann.

Die neue Biogasanlage soll Methan herstellen und ins Gasnetz einspeisen, für welche industriellen Prozesse auch immer. Angeblich wäre das so lukrativ, dass sich die Anlage auch ohne EEG-Förderung wirtschaftlich betreiben lassen würde. Die dabei anfallenden Gärreste, die sich nicht ins Netz einspeisen lassen, würden dann vor Ort verbrannt und als Wärmequelle für das Fernwärmenetz genutzt. Dieser Plan ist noch nicht einmal genehmigt. Meine Einschätzung: Das kommt nie.

Die Biogasanlage liegt auf der anderen Seite der Autobahn. Das heißt, das Fernwärmenetz müsste einmal unter der Autobahn hindurch. Das habe ich auch mit Bürgermeister Humbert besprochen - eine Riesenaktion. Herr Bürger hat im Anschluss Bilder gezeigt, wie der Bau eines solchen Wärmenetzes aussieht: riesige Grabearbeiten, Leitungen, die irrsinnig stark gedämmt sein müssen. Mein Verdacht ist, dass bei so etwas am Ende auch viel Sondermüll in der Erde vergraben liegt.

Herr Bürger hat außerdem ausgeführt, wie ein solches Genehmigungsverfahren abläuft. Es ist im höchsten Maße langwierig: Anträge werden eingereicht, müssen neun Monate bearbeitet werden, dann folgt die nächste Planungsphase, und so weiter. Wenn ich das richtig verstanden habe, dauert so etwas mindestens sechs bis sieben Jahre. Also reine Zukunftsmusik.

Und das größte Problem, das Herr Bürger sieht: Wer soll so etwas betreiben? In seinem Vortrag hat er das zunächst euphemistisch so dargestellt, als dass der Betrieb durch ein privates Energieversorgungsunternehmen zu sehr hohen Energiepreisen für die Verbraucher führen würde. Auf eine Nachfrage von mir hin stellte sich heraus, dass er auch davon überzeugt ist, dass die sogenannte Energieliniendichte in Lamspringe viel zu gering ist, als dass sich irgendein privates Unternehmen dafür interessieren würde. Im Klartext: Wer wirtschaftlich denkt, würde ein Wärmenetz in einer solchen ländlichen Gegend nicht aufsetzen. Herr Bürgers Vorschlag war deswegen eine Bürgerenergiegenossenschaft. In diesem Fall wären wohl mal wieder die Bürger:innen die Bagholder und würden am Ende mit hohem wirtschaftlichem Schaden dastehen, wenn etwas schieflaufen sollte. Ich hoffe, dass sich die Lamspringer*innen gegen ein derartiges Abenteuer entscheiden werden.

Wärmepumpe

Herr Bürger hatte zwei Anhänge an seinen Vortrag: einen zum Wärmenetz und einen zur Wärmepumpe. Das Konzept Wärmepumpe hat er insgesamt gut erklärt. Er hat den Leuten Ängste genommen, Mythen widerlegt und dargelegt, dass moderne Wärmepumpen leise und effizient sind und man heutzutage keine Tiefenwärmepumpe mehr braucht.

Dann wurde es allerdings wieder viel zu technisch: COP gegen Jahresarbeitszahl, Diagramme zur Effizienz mit viel zu viel Text auf den Folien. Behauptet wurde, die Luftwärmepumpe sei effizienter als Geothermie, was ich mit Interesse gehört habe und bei meinem Neubau berücksichtigen werde.

Fragen und Anschlusspflicht

Danach konnte man Fragen stellen. Außer mir hat kaum jemand welche gestellt. Die Leute haben das alles so hingenommen.

Ich habe nach der Anschlusspflicht gefragt. Das Ergebnis: Es ist in Deutschland gesetzlich nahezu unmöglich, eine Anschlusspflicht für ein Fernwärmenetz durchzusetzen. Das bestätigt noch einmal meinen Verdacht, dass dieses Wärmenetz nie kommen wird, weil schlicht niemand investieren wird. Es verhält sich nämlich so: Das Wärmenetz wird nur gebaut, wenn sich genug waghalsige Bürger:innen finden, die unterschreiben, dass sie für die nächsten 20 Jahre jeden Monat eine Art Basistarif von geschätzt 300 Euro bezahlen. Durch diese Beiträge wird das Grundrauschen finanziert, und der Arbeitspreis wird darauf basierend so niedrig gerechnet, dass er sich angeblich immer lohnt. Ob das unterm Strich für die Leute ein Geschäft ist, müssen sie selbst entscheiden. Wenn sich nicht genug Abnehmer finden, wird das Wärmenetz nicht gebaut. So einfach ist das.

Ein kaltes Wärmenetz wurde ebenfalls ausgeschlossen - technisch zu aufwendig. Das lasse ich mal so gelten.

Und wenn die Biogasanlage nicht gebaut wird, ist laut Herrn Bürger die Idee eines Wärmenetzes für den Flecken Lamspringe komplett vom Tisch. Es gibt dann schlicht keine günstige Wärmequelle. Eine Großwärmepumpe würde man dort nicht hinstellen; dann würde man wieder auf dezentrale Heizung umschwenken. Das gesamte Wärmenetz-Konzept hängt also an einer in den Sternen stehenden Biogasanlage.

Zum Vortragsstil von Herrn Bürger

Im Grunde hat Herr Bürger das gut gemacht. Aber auf einem fachlich viel zu hohen Niveau, um die Bürger wirklich zu erreichen und ihnen verständlich zu machen, worum es ging. Ich habe den Eindruck, Herr Bürger möchte seine Kompetenz demonstrieren, und verwendet deswegen sehr viele komplexe Fachbegriffe. Auf der einen Seite beeindruckend, auf der anderen Seite für die Bürgerinnen und Bürger unverständlich. Die Folien waren teilweise wirklich überladen.3 Für eine Informationsveranstaltung für Bürger vollkommen übertrieben.

Die Anwesenden wirkten zwar nicht wie ein Querschnitt der Gesellschaft, sondern eher wie das Bürgertum. Aber das kann nicht die Zielgruppe einer solchen Veranstaltung sein. Es müssen vor allem die Menschen mit geringeren Einkommen und in finanziell schwierigen Lagen abgeholt werden. Die Akademiker in der Gemeinde sind sicherlich schon von Haus aus über diese Themen informiert. Sollte man eine solche Veranstaltung in Nordstemmen durchführen, müsste man mit dem Vortragenden vorher sprechen, damit die Inhalte vereinfacht und in verständlicher Sprache präsentiert werden.

Vortrag der Klimaagentur

Danach schloss sich der Vortrag der Klimaagentur des Landkreises Hildesheim an. Herr Komander war da und hat den Anwesenden im Prinzip eine Therapiesitzung für Traumatisierte angeboten: “Lassen Sie sich beraten, Sie brauchen keine Angst vor der Wärmepumpe zu haben. Wir schicken Ihnen einen Energieberater, wir bezahlen den auch. Selbst den Eigenkostenanteil übernehmen wir. Sie können jederzeit bei uns anrufen. Wir haben inzwischen auch Beratung für Photovoltaikanlagen, Wallboxen, Gründächer und so weiter.”4

Ich persönlich finde das furchtbar. Es nimmt den Bürgern die Verantwortung für ihr eigenes Leben ab - die Verantwortung, Entscheidungen zu hinterfragen und sich auch einmal mit dem zu beschäftigen, was außerhalb der eigenen vier Wände passiert. Diese Attitüde, dass der Staat einem immer alles erklären und abnehmen muss, ist mir zutiefst zuwider.

Ich verstehe natürlich auch Herrn Komander und seine Bemühungen, die Leute dort abzuholen, wo sie stehen. Man hat im Verlauf der Diskussion ums Gebäudeenergiegesetz gesehen, wie aufgewühlt die Menschen sind. Lamspringe war wohl noch eher ruhig. Herr Komander hat mir im Nachgespräch erzählt, dass es andere Gemeinden gibt, in denen die Leute auf die Barrikaden gehen. Im Prinzip spielt er den kleinen Habeck, der den Leuten jetzt verklickern muss, dass sie alle eine Wärmepumpe einbauen müssen.

Eine Folie zum GEG wurde gezeigt, die man schlicht nicht lesen konnte - offenbar als Schreckgespenst gedacht, sinnloserweise. Außerdem wurde ein amüsanter Solarthermierechner vorgestellt.

Was ebenfalls im Vortrag gesagt wurde - offenbar in dem Teil, als ich noch nicht da war: Die gesamte Wärmeplanung hat keinerlei Einfluss auf irgendwelche Fristen. Es gilt die Frist vom 1. Juli 2028, und auch eine frühzeitige Wärmeplanung, wie sie jetzt in Lamspringe durchgeführt worden ist, ändert daran nichts. Die Kommunen haben lediglich Fördermittel erhalten, damit der Prozess schneller anläuft - damit die Leute ungefähr eine Orientierung haben, wohin die Reise geht.5

Die Veranstaltung insgesamt

Die Veranstaltung fand im Kloster 3 statt, einem wirklich wunderschönen Gebäude. Die Gemeindeverwaltung Lamspringe residiert dort in beeindruckenden Räumlichkeiten. Dagegen ist unser Rathaus in Nordstemmen ein trauriger Funktionsbau. So etwas Schönes hätten wir eigentlich auch verdient.

Die Veranstaltung war gut besucht, die Stimmung angenehm. Die Leute saßen aufmerksam da und haben sich brav benommen. Außer mir hat kaum jemand Fragen gestellt. Die meisten haben die Informationen einfach so hingenommen.

Ich halte die Veranstaltung für sehr sinnvoll, bei gewissem Verbesserungspotenzial. Inhaltlich war sie gut und sollte vor allem den Leuten die Angst nehmen. Ich glaube, das hat sie auch geschafft - sofern überhaupt jemand im Saal mit konkreten Ängsten gekommen war.

Bürgermeister Humbert hat den ganzen Abend souverän moderiert. Ich habe mich am Ende noch kurz mit ihm unterhalten - ein netter und engagiert wirkender Mensch.

Eine solche Veranstaltung sollte man dringend auch in Nordstemmen durchführen. Dafür müsste man natürlich aber auch erst einmal eine Wärmeplanung machen.

Footnotes

  1. Selbstverständlich müssen Sozial- und Härtefälle betrachtet und Menschen eine angemessene Behausung ermöglicht werden. Aber wer ein abbezahltes, großes Haus besitzt, ist kein Härtefall. Ich kann den Wunsch verstehen, im Familienheim bis zum Tod leben zu wollen — aber darauf gibt es keinen Anspruch. Viele junge Menschen, ich eingeschlossen, sind ihr Leben lang umgezogen, um Arbeit zu finden. Da soll es eine Zumutung sein, im Alter in eine kleinere Wohnung zu ziehen? Das kann ich nicht nachvollziehen. Gleichzeitig finde ich es wichtig, dass politisch daran gearbeitet wird, gerade für ältere Menschen in den Dörfern, in denen sie alt geworden sind, kostengünstige und altengerechte Wohnungen anzubieten — was ich mit dem Plan einer Dorfentwicklungsgesellschaft in Rössing zu unterstützen hoffe.

  2. Ich hätte gerne die GIS-Daten zu diesen Karten, nicht nur die PDF-Dateien. Ich werde Herrn Bürger und Herrn Komander nochmal darauf ansprechen. Herr Komander hat gesagt, er würde die PDF-Dateien hochladen, aber eigentlich braucht man die GIS-Daten. Und zwar nicht nur von Lamspringe, sondern von allen Wärmeplanungen im Landkreis. Idealerweise hätte man am Ende einen maschinenlesbaren Datensatz einer landkreisweiten Gesamtwärmeplanung. Das sollte meiner Meinung nach eigentlich die Aufgabe der Klimaagentur sein.

  3. Ein Beispiel: Herr Bürger zeigte einen Graphen, in dem die Jahresarbeitszahl gegen die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe aufgetragen war. Die Zuhörer sollten aus ein paar Datenpunkten in einem Koordinatensystem eine Korrelation erkennen - im Kopf also quasi eine Regressionsanalyse durchführen. Die Stichprobe war meines Erachtens viel zu klein, die Achsenbeschriftung kaum lesbar. Und das Publikum hatte gerade erst gelernt, was eine Jahresarbeitszahl überhaupt ist. Dann soll es auch noch verstehen, was die Vorlauftemperatur damit zu tun hat. Dass Herr Bürger seine Datengrundlage transparent macht, ist grundsätzlich begrüßenswert — das ist wichtig, wenn er seinen Abschlussbericht beim Rat einreicht und die Ratsmitglieder die Qualität seiner Arbeit überprüfen können. Aber an einem solchen Abend vertrauen die Bürger:innen darauf, dass die Ratsmitglieder diese Prüfung bereits vorgenommen haben. Die Veranstaltung sollte genutzt werden, um einfache Botschaften zu vermitteln, Verständnis zu erzeugen und klare Orientierung zu geben — nicht um zu beweisen, dass ordentlich gearbeitet wurde.

  4. Paraphrasiert, kein wörtliches Zitat.

  5. Niemand braucht diese Orientierung, wenn man sich einfach eine Wärmepumpe einbauen lässt. Was ich an diesem Abend ebenfalls gelernt habe: Es ist in Deutschland nahezu unmöglich, Anschlusspflichten für Fernwärmenetze durchzusetzen. Man kann sich also aus dem ganzen Müll raushalten und den Eventualitäten von Wärmenetzen entgehen, indem man sich einfach eine Wärmepumpe hinstellt. Dann hat man seine Ruhe. Niemand kann später kommen und sagen, du musst dich jetzt ans Wärmenetz anschließen lassen. Wer also eine alte Heizung hat: Wärmepumpe einbauen und die ganzen anderen Leute ihren Kram machen lassen.